Halong Bucht

Südostasien – Vietnam – Part 2

Jetzt sind doch tatsächlich schon wieder ein paar Wochen ins Land gezogen und ich habe ein bisschen gebraucht, um den zweiten Teil unserer Südostasienreise zusammen zu fassen. Ich schiebe es einfach mal darauf, dass ich kurzfristig noch zum Hurricane 2013 (Hammer!!!) gefahren bin, meine Diplomarbeit abgeben musste und mittlerweile auch meine erste Arbeitswoche hinter mir habe… also nicht wirklich viel Zeit zum Luft holen.

Naja egal, werde mal versuchen die tollen (und nicht ganz so tollen) Erinnerungen an die beiden Wochen in Vietnam (und am Ende noch kurz in Bangkok) zu resümieren!

Zu Anfang hatte ich ja die Geschichte unserer kleinen Odysee am Rande des Mekong Deltas versprochen. Es ging eigentlich alles recht vielversprechend los. Tour gebucht, Discount bekommen und am nächsten Morgen in freudiger Erwartung auf den Bus gewartet. Aber da fing es dann schon an… Eigentlich hätten in dem Bus 15 Leute mehr oder weniger bequem Platz gefunden. Problem war nur, dass es im Endeffekt 18 Leute geworden sind und alle natürlich ordentlich Gepäck mit hatten. Ok… nicht so schlimm dachten wir uns, schließlich ging es lediglich bis zur vietnamesischen Grenze und danach wechseln wir ja den Bus. Das hat auch in sofern funktioniert, dass wir erst abgesetzt und danach wieder mitgenommen wurden. Komisch war nur, dass wir wieder mit den gleichen Leuten im Bus saßen, die eigentlich in eine andere Richtung wollten. In gebrochenem Englisch hat uns dann jemand erklärt, dass der andere Bus ne Panne hatte…

Leider kann man sich in Vietnam ohne weiterführende Sprachkenntnisse relativ schlecht an Straßenschildern orientieren. Deswegen haben wir erst ziemlich spät mitbekommen, dass der Bus in Richtung Süden fährt und wir ja ursprünglich gen Norden unterwegs waren. Nachdem sich Christoph dann ein bisschen energischer beim „english speaking tour guide“ eingebracht hatte und der infolge dessen endlich ein paar Telefonate führte, durften wir auf einmal den Bus verlassen und in ein Gefährt einsteigen, welches in die entgegengesetzte Richtung fuhr. Mittlerweile war es auch schon 19 Uhr (wir sollten ursprünglich 16 Uhr am Hotel ankommen) und stockfinster. Kann ja nur noch besser werden… dachten wir… aber hey, man kann sich ja immer mal täuschen… Jedenfalls hat der neue „Bus“ diese Bezeichnung eigentlich kaum noch verdient. Wenn ich mich jetzt zurück erinnere fühlt es sich immer noch alles wie ein Computerspiel von 1995 an in welchem der verrückte Busfahrer versuchen muss sovielen Autos/Passanten/Häusern/etc. auszuweichen, bis am Ende der unvermeindliche Game Over steht. Entgegen aller Erwartungen hat der Busfahrer dann anscheinend doch das letzte Level erfolgreich bewältigt und uns gegen 23.30 Uhr an einem gottverlassenem Busbahnhof abgesetzt. Wobei, so gottverlassen war der Busbahnhof dann doch nicht… es standen eine handvoll Leute und vier Mopedfahrer rum. Letztere wollten uns zu einem Hotel bringen und konnten auch nicht viel mehr sagen als: „Hotel“. Da unser Glaube in die Vietnamesen noch nicht ganz erschüttert war und am Bus dieses Mal immerhin der richtige Stadtname – Chau Doc – klebte, haben wir uns den Mopdedfahrern anvertraut und kamen dann gegen 0.00 Uhr endlich an unserem Hotel an! Yeah!

Die nächsten beiden Tage haben wir dann im Mekong Delta verbracht und wurden vom zweiten Teil der Tour sogar positiv überrascht (über den ersten Teil wollen wir hier gar nicht reden – Tagesprogramm war 6 Uhr aufstehen und eine Tour, die bis 8 Uhr ging…). In Can Tho haben wir uns die schwimmenden Märkte angesehen, ein paar Plantagen besucht und bekamen gezeigt wie Reisnudeln hergestellt werden. Danach ging es direkt nach Ho Chi Minh City (Saigon), wo wir nur einen kurzen Zwischenstopp (inkl. Besuch im Financial Tower und War Remants Museum) eingelegt haben, bevor es per Flugzeug zu unserem Date mit Nicole und Alex am Hanoier Flughafen ging.

Nachdem sich unsere Gruppe dann von vier auf sechs Leute vergrößert hatte, nutzten wir den ersten Tag in Hanoi, für eine kleine Stadttour und zur Planung des restlichen Trips. Eines meiner Highlights war gleich zu Beginn die 3-tägige Tour in die Ha Long Bucht. Eine Nacht auf dem Boot und eine Nacht im Monkey Island Resort. Zwischendrin eine Höhlentour, ein kleiner Paddelausflug, Sprünge vom Boot, chillen auf dem Sonnendeck und wunderschöne Sonnenuntergänge! Im Großen und Ganzen sind die Tage viel zu schnell vergangen und besonders die charakteristischen Kalkfelsen, die man vielleicht schon aus James Bond kennt, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wie so oft eigentlich zu schön, um das mit Worten zu beschreiben. Kann bei Gelegenheit die Fotos empfehlen, die Bekki sogar schon geordnet hat 😉

Wieder zurück in Hanoi mussten Christoph und Almut erst einmal einen kleinen Stopp im Krankenhaus einlegen. Christoph hatte sich ein paar „Haustiere“ im Fuss zugelegt und Almut einen Magenvirus. Mit einem Beutel voll Tabletten war die Sache dann fast geregelt… natürlich trotzdem nicht schön, dass so etwas ausgerechnet immer im Ausland passiert, aber die beiden haben sich tapfer geschlagen! Vom Krankenhaus ging es dann fast direkt zum Nachtzug, der uns nach Da Nang bringen sollte. In Da Nang haben wir uns ein Taxi genommen, um ins 30km entfernte Hoi An zu gelangen.

Dort war mit vier Nächten auch unser längster Aufenthalt und ich glaube wir haben es alle nicht bereut. Alex hatte zwar ein wenig mit seinem „leichten“ Sonnenbrand zu kämpfen, aber wir hatten für gerade mal sieben Euro pro Person ein super Hotel gefunden, in dem er sich ein paar Tage erholen konnte. Wir haben während dessen die Zeit genutzt, das Weltkulturerbe in der 75.000 (gefühlt nur 10.000) Einwohner Stadt zu bestaunen. Nebenbei waren wir noch am tollen Strand und haben uns mal angeguckt wie Seidenraupen ihre Arbeit verrichten. Hätte nicht gedacht, dass das so interessant ist 😉 Da Hoi An ebenfalls eine Hochburg der Schneiderei ist, haben wir diesbezüglich ebenfalls gut zugeschlagen und den Freiraum in unseren Rucksäcken ein wenig aufgefüllt.

Am letzten Tag hatten wir eine Tauchtour gebucht und Alex war sogar auch wieder so weit hergestellt, dass er uns begleiten konnte. Nach einer kurzen Einweisung auf dem Boot ging es dann auch direkt los. Mit einem Begleiter konnten wir an zwei verschiedenen Spots die Wasserwelt bestaunen. Immer wieder beeindruckend, was für eine Artenvielfalt unter der Wasseroberfläche auf uns gewartet hat. Von Nemo Fischen bis hin zu Seesternen gab es einiges zu sehen. Auch die Korallen waren voller Leben und haben mich jedes Mal aus Neue erstaunt. Einfach toll und unbedingt zu empfehlen, wenn man die Möglichkeit hat in schöner Umgebung Tauchen zu gehen!!!

Schweren Herzens mussten wir dann nach vier tollen Tagen Abschied nehmen und unseren Weg nach Ho Chi Minh City (Saigon) fortsetzen, wo Alex und Nicole ja noch nicht gewesen waren. War wieder bloß als kurzer Zwischenstopp gedacht, da wir ja auch bald nach Bangkok mussten, um unseren Rückflug nach Deutschland anzutreten. Deswegen haben wir den einen Tag in HCMC genutzt, um uns die Vietcong Tunnel aus dem Vietnamkrieg anzusehen. Krass, wie die Leute sich damals dort unten verschanzt hatten… Rebekka hat es (als Einzige aus der 30köpfigen Besuchergruppe) ausprobiert und sich auf einer Strecke von 5 Metern Luftlinie fast verirrt… Ich hab an der Oberfläche schon ein ganz ungutes Gefühl bekommen, aber zum Glück konnte sie sich den Weg in der Dunkelheit doch noch ertasten…

Ok, kurzer Zeitsprung nach Bangkok. Eigentlich gibt es gar nicht viel zu erzählen, außer dass wir alle ziemlich enttäuscht wurden von der Stadt. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass als Empfangskomitee ein monsunartiger Regen und eine Kakerlakenarmee auf uns gewartet hatten. Konnten leider kaum was von den schönen Tempeln sehen, da der Regen den Hauptbestandteil des Tages ausgemacht hat. Als wir uns dann mal vor die Tür getraut haben, um einen Spaziergang am Fluss (Chao Phraya) zu machen, wurden wir vom dortigen Dreck und den toten Fischen fast erschlagen. Abschließend muss ich aber dennoch sagen, dass besonders diese heftigen Erlebnisse einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Fand zum Beispiel den Weg durch die überfluteten Seitenstraßen zum Hotel und das Baden in strömenden Regen im Hotelpool auf dem Dach ziemlich genial. Auch die Smoothies und gebratenen Nudeln waren super lecker… Die letzte Überraschung hielt Bangkok dann bereit, als es durch die vollkommen überfüllte Stadt zum Flughafen ging. Hatten über eine Stunde Polster eingeplant und kamen trotzdem ultra knapp vorm Abflug endlich am Gate an… Der Rest lief reibungslos ab und nach 15h betraten wir dann wieder deutschen Boden in Tegel!

Viel gesehen, viel erlebt, viele tolle Erinnerungen gesammelt und am Ende trotzdem überglücklich gewesen, als wir wieder in Deutschland waren – zu Hause ist halt doch am schönesten!

Auf jeden Fall von meiner Seite noch ein riesen Dankeschön an die Reisegruppe und alle Leute, die uns Grüße übermittelt haben 🙂

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